Gates of Heaven

Jew prays on Yom Kippur

Himmelstore für mich geöffnet!

Wir sind bereits auf dem Berg von Hashem, wir sind zu Seinem Heiligen Ort gekommen und haben für uns einen Segen von dem Gott unserer Errettung empfangen. Jetzt stehen wir vor Seinen Toren! Was können wir mehr erbitten, als um die Erlaubnis hineinzugehen?

Wir stellen fest, dass diese Tore nicht aus Metall sind, die Arbeit von Menschenhänden. Sie sind Abbilder der Tore des Himmels oben, der Tore der Gerechtigkeit: „Öffne die Tore der Gerechtigkeit für mich; ich werde hineingehen durch sie, und ich werde Dank sagen dem HERRN.“ (Ps. 118,19) Das sind die Tore, durch die ich hindurchgehen soll –  und es wird gesagt, dass der König der ganzen Welt, der Schöpfer, ebenfalls durch sie hindurchgeht.

Für Ihn sind es die “Pforten der Ewigkeit”:  „Erhebt, ihr Tore, eure Häupter, und erhebt euch, ihr ewigen Pforten, dass der König der Herrlichkeit einzieht!“ (Ps. 24,7) Es ist wahr, dass diese Tore und Pforten groß und mächtig sind; jedoch wenn der König der Herrlichkeit naht, öffnen sie sich noch weiter und höher, Ihm zur Ehre.

Wenn der König mit Seinen Armeen die Tore erreicht, wird sich alles öffnen. Es wird eine Frage gestellt und sie wird zweimal beantwortet (Ps. 24,8-10): „Wer ist dieser König der Herrlichkeit?“ Die erste Antwort: „Der HERR, stark und mächtig! Der HERR, mächtig im Kampf!“ Und daraufhin geht erneut der Ruf hinaus zu den Toren, sich höher „zu erheben“.

Das zweite Mal ist die Anfrage noch genauer – als hätten die Fragenden gerade nur einen ersten ganz kurzen Eindruck von dem Allmächtigen bekommen: „Wer ist er, dieser König der Herrlichkeit?“ Die zweite Antwort: „Der HERR der Heerscharen, er ist der König der Herrlichkeit!“ Er allein, und kein anderer.

Doch tatsächlich, was ist der Unterschied zwischen den beiden Antworten? Warum wird zweimal gefragt und zweimal geantwortet? Was können wir daraus lernen?

Der Titel “HERR der Armeen” (oder “HERR der Heerscharen, wie in einigen englischen Ausgaben) erscheint nicht in der Tora. Die erste Erwähnung findet man in der Zeit der Richter (1.Sam. 1,3), und die erste Person, die Ihn mit diesem Namen nannte, war Hannah, die Mutter Samuels (Vers 11). Wir werden ein anderes Mal erforschen, warum sie diesen Titel benutzte. Wir erkennen aber bei diesem Ausdruck, dass darin ein Plural enthalten ist. Der HERR hat mehr als eine Armee.

In der Tat, Er hat eine unzählige Anzahl von Armeen, die unter Seinem Befehl stehen. „Des HERRN ist die Erde und ihre Fülle, die Welt und die darauf wohnen.“ (Ps. 24,1) Alle lebenden Dinge sind Seine Diener – Pflanzen, Tiere, und besonders Menschen. Aber das ist nicht alles. An jedem Sabbatabend erhebt das Jüdische Volk den Wein zum Zitieren des Kiddusch, der mit dem Vers beginnt: „So wurden der Himmel und die Erde und all ihr Heer vollendet.“ Dieses letzte Wort in 1.Mose 2,1 ist das hebräische Wort für „Armee“, also kann das „Heer“ im „Himmel“ sowohl eines im Natürlichen wie auch im Geistlichen sein – von der Sonne, dem Mond und den Sternen bis zu erhobenen Engelwesen. Sie alle führen Seinen Willen aus.

Demnach stehen dem Heiligen eine Vielzahl von Armeen, sowohl auf der Erde wie auch im Himmel, zur Verfügung. Aber unter ihnen befindet sich eine spezielle Gruppe von bewaffneten Kräften, die Seinem Herzen nahe steht: „Und der Pharao wird nicht auf euch hören. Dann werde ich meine Hand an Ägypten legen und meine Heerscharen, mein Volk, die Söhne Israel, durch große Gerichte aus dem Land Ägypten herausführen.“ (2. Mose 7,4)

Und so geschah es auch (2. Mose 12,41): “Und es geschah am Ende der 430 Jahre, ja, es geschah an ebendiesem Tag, dass alle Heerscharen des HERRN aus dem Land Ägypten auszogen.“ Es stimmt, dass man zu jener Zeit Haschem nicht als „HERR der Armeen“ bezeichnete. Aber es ist klar, dass Er selbst diese Armeen hinausführte, und dass diese das Volk Israel waren.

David, der zukünftige König, hat dies verstanden, als er dem Philister Goliat zurief: „Du kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Kurzschwert. Ich aber komme zu dir mit dem Namen des HERRN der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, den du verhöhnt hast.“ (1. Sam. 17,45)

Jede Armee des HERRN hat die gemeinschaftliche Aufgabe, Sicherheit zu bewahren. Es gibt auch spezielle Einheiten mit speziellen Aufgaben. Wenn der König der Herrlichkeit, der Allmächtige Schöpfer, durch die Himmlischen Tore geht, dann ist Er nicht allein. Er kommt mit einer Ehrengarde von Elite Einheiten – all diejenigen, die an Ihn glauben und ihr Leben dafür gaben, um „Seinen Namen zu heiligen“. Das ist der traditionelle jüdische Ausdruck für jene, die für ihren Glauben umgebracht wurden.

Zu einem gewissen Zeitpunkt müssen wir alle durch diese Tore der Gerechtigkeit gehen. Und wir stehen vor einem Dilemma. Wir müssen gerecht sein wollen, um gerecht zu sein. Wir müssen uns nach dem Gerechten sehnen, um so wie Er zu sein. Doch nur die, die gerecht sind, werden das wollen!

Wir wollen durch diese “Tore” hindurchgehen (Ps. 118,19-20), wir bitten andere, sie für uns zu öffnen (der Ruf zu „öffnen“ ist im Hebräischen in Plural). Ob entweder Engel oder Menschen die Torhüter sind, sie werden diejenigen sein, die mit dem folgenden Vers antworten:

Öffnet mir die Tore der Gerechtigkeit! Ich will durch sie eingehen, Jah will ich preisen. Dies ist das Tor des HERRN. Gerechte ziehen hier ein.”

Interessanterweise werden die “Tore” plötzlich zu einem Tor, oder es ist von einem anderen Tor die Rede, das zu den Toren der Gerechtigkeit führt. Und es gibt einen „Schlüssel“ oder eine Bedingung dafür, hindurchzugehen. Wir sollen dem König für eine besondere Gunst danken: „Ich will dich preisen, denn du hast mich erhört und bist mir zur Rettung geworden.“ (V. 21)

Man beachte, dass wir nicht zu dem Tor kommen und Ihn bitten, uns zu erretten; wir kommen mit Freude, dass der Allerheilige das bereits getan hat! Wir haben den Schöpfer gebeten, „uns zur Rettung zu werden“, und wir wissen, dass Er uns erhört hat.

Diese Gerechten, die “hineingehen werden”, können Jüdisch oder Nichtjüdisch sein, so wie von Jesaja prophezeit wurde (Jes.26,2): „Dies ist das Tor des HERRN. Gerechte (wörtlich: Goy oder Nationen) ziehen hier ein, der, welcher Treue behält”. Wenn du dem Gott Israels treu bleibst, kann dich keiner von Seinen Toren fernhalten. Es steht geschrieben (Ps. 33,1): „Freuet euch des HERRN, ihr Gerechten!“ Diese „Gerechten“ sind nicht kategorisiert als „Juden“ oder „Christen“ – sie sind einfach „gerecht“.

Lasst uns hingehen zu den Himmelstoren des Königs mit Freude und Hoffnung, mit Gesang und Dankbarkeit. Er soll gepriesen werden in Ewigkeit.

Seid gesegnet.

Mordechai ben Ya’akov

(not proofread)

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